Die Ort > ihre Geschichte
Hinweise aus der Antike
Die ältesten Zeugnisse stammen aus der
prähistorischer Zeit. Es handelt sich dabei um Steinblöcke mit
muldenförmigen Vertiefungen aus dem Neolithikum im Gebiet von Sorico,
wie sie auch an anderen Stellen am Seeufer gefunden wurden. Die
kleinen Vertiefungen sind so groß wie eine Kaffeetasse und sind
unregelmäßig auf Felsen oder einzelnen Steinblöcken verteilt.

Die ersten Bewohner
Die Erforschung der Ortsnamen lässt darauf schließen,
dass die ersten Bewohner Ligurier waren, während etymologische
Untersuchungen und archäologische Funde auf die Anwesenheit
gallischer Stämme vom 5. - 4. Jh. v. Chr. bis zur Eroberung durch
die Römer vermuten lässt.
Romanisierung
Die Gebiete um den oberen See, und damit auch
Gravedona, waren wahrscheinlich in die verschiedenen
Auseinandersetzungen zwischen den Herrschern von Como und den
unberechenbaren Bewohnern des Alpenraums verwickelt. Diese
Streitigkeiten führten dazu, dass Rom seine Besatzungen immer weiter
nach Norden ausdehnte, bis Augustus schließlich seine Vorherrschaft
im gesamten Alpenbogen behaupten konnte. Damit begann die
Romanisierung des Gebiets von Gravedona, unter der Führung von Como.
Das Christentum
Auch in der Ausbreitung des Christentums folgte
Gravedona dem Schicksal Comos. Es gelangte unter den Einflussbereich
des Bischofs von Como mit dem ersten Bischof S. Felice, gefolgt von
S, Abbondio. Im 6. und 7. Jh. wurde auch das Gebiet um Gravedona in
die griechisch-gotischen Auseinandersetzungen verwickelt, wobei die
Byzantiner ihre Herrschaft bis zum mittleren und oberen See
ausdehnten. Ein Beweis dafür ist die byzantinische Verehrung der
heiligen Eufemia in Musso sowie in der Kirche S. Salvatore in
Gravedona.
Frankenherrschaft
Von der
nachfolgenden fränkischen Herrschaft (um 550) finden sich Hinweise
in Besitzurkunden des Klosters von Fulda im Frankenreich und vom
Kloster der Insel Reichenau im Bodensee.
n die Franken erinnern auch der Name „strada
francisca“, wie die Strada Regina für einige Zeit genannt wurde, und
die Bezeichnung „muncecch“ für die Bewohner der angrenzenden Täler.
Heute noch steht das Dialektwort „cecch“ für „Francesco“ und somit
bedeutet „Monti dei Cecch“ soviel wie „Monti dei Franceschi“ oder „Berge
der Franken“.
Das Herzogtum Mailand
Mit dem
Zerfall der Karolingerreichs gliedert sich das Mailänder
Herrschaftsgebiet in zahlreiche kleine Stadtstaaten mit wechselnden
Grenzen.
Es ist deshalb schwierig, etwas über die
Zugehörigkeit Gravedonas in jener Zeit zu erfahren. Stützt man sich
auf die Ortsnamen, wie zum Beispiel „Martesana“, eine Bezeichnung,
die auch am mittleren und unteren See auftaucht, könnte man vermuten,
dass das ganze Westufer zum Gebiet von Martesana gehört hatte, oder
besser zum Herrschaftsgebiet von Mailand. Das würde auch erklären,
weshalb Gravedona und die Isola Comacina zu Beginn des 12. Jh. an
der Seite Mailands gegen Como kämpften. Typisch für jene Zeit sind
die zahlreichen Verteidigungsanlagen: Kirchenburgen, strategische
Burganlagen und Beobachtungstürme auf Hügeln und felsigen Erhebungen
entlang der Verkehrswege
Der zehnjährige Krieg zwischen Como und Mailand
Zu Beginn des 12. Jhs. war Gravedona eine bedeutende
Ortschaft. Es nahm am Krieg zwischen Como und Mailand teil
(1118-1127) und war am Konstanzer Frieden beteiligt mit dem die
Auseinandersetzungen zwischen Barbarossa und den Lombardischen
Stadtstaaten beendigt wurde.
In diesem Zusammenhang wird auch erzählt, dass die Flotte Gravedonas
die Kriegsbeute von Friedrich Barbarossa raubte, die auf Schiffen
nach Chiavenna transportiert werden sollte. Sogar die kaiserliche
Krone wurde ihm entwendet.
Daher stammt der Satz, den Barbarossa in Konstanz ausgesprochen
haben soll: “Ich vergebe allen Lombardischen Städten, nur den
hinterhältigen Bewohnern von Gravedona nicht.“
Aufblühen der Stadtgemeinden

Als jede Spur der Feudalherrschaft und der
Vorherrschaft Comos verschwunden war, entwickelte sich das
städtische Leben Gravedonas; die wichtigen Zentren Dongo und Domaso
werden kleine Städtchen und in diesen Städtchen lebten die gleichen
adligen Familien, die bereits die erste Zeit der freien Stadt
mitbestimmt hatten.
Die Visconti
Das 14. Jh. ist von einem weitverbreiteten Wohlstand
charakterisiert, der sich im Übergang Gravedonas und des gesamten
Gebiets von Como an die Herzoge Visconti äußert. Mit dem Entstehen
des Herzogtums unter Francesco Sforza in der Mitte des 14. Jh.
erlöschen endgültig die Ansprüche der Landesfürsten und der
ansässigen Feudalherren.
Viele Rechte werden in jener Zeit der Stadt verliehen, das
Marktrecht und das Zollrecht, was wiederum die Stadt wesentlich
bereicherte. Zeugnis davon sind die vielen Kirchen, die in jener
Zeit errichtet und mit wertvollen Fresken ausgeschmückt wurden.
Bedeutung erhielten auch die großen Familien Stampa, Casati, Curti,
Canova und Segregori.
Schweizer und Spanier

Im 16. Jahrhundert dauern Wohlstand und Reichtum an,
begleitet von einer Auswanderungswelle in die angrenzenden Täler und
nach Süditalien; doch auch Überschwemmungen, Verwüstung und
Kriegsgefahren bedrohen das Gebiet. Die Franzosen und anschließend
die Schweizer fallen wiederholt ein, bis die Spanier kommen, die,
obwohl sie das Gebiet der Tre Pievi dem Comer Bischof Tolomeo Gallio
überlassen, dort ihre Basis für eine militärische Handlung gegen die
Bündner aus dem Veltlin aufschlagen.
Kriege und Verwüstungen
Im 17. Jh. verwüsten Kriege und andere Katastrofen
die Tre Pievi. Der Durchzug der Landsknechte auf ihrem Weg nach
Mantua, die Pest 1630, die allein in Gravedona 630 Opfer forderte.
Im 18. Jh. keine nennensweten Ereignisse; wir kommen so zu den
Kriegshandlungen, die die folgenden beiden Jahrhunderte prägten.
Unabhängigkeitskriege
Die Freiheitskriege waren auch für diese Grenzregion
von Bedeutung: die Gravedoner nahmen an der Abteilung Comos teil,
die 1848 in Südtirol kämpfte.

Der Zweite Weltkrieg
Zwischen September 1943 und April 1945 erlebten die
Passübergänge den Exodus in die freundliche Schweiz und die
Kampfhandlungen der Partisanen. Am 25. April wurden in diesem Gebiet
die faschistischen Truppen aufgehalten, die den Duce und seine
Begleiter eskortierten.
|